Lebensläufe

Rund 770 Frauen und Männer aus 21 Nationen arbeiten bei der SCHUFA. Zentrale Werte sind Teamgeist und Engagement – beruflich, aber auch privat. Lernen Sie SCHUFA-Mitarbeiter kennen.

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FOTOGRAFIE_ M. Haslauer, T. Arendt, S. Freund

DIE ENTDECKERIN

Mi-Hae Kim liebt es, sich in der Natur zu bewegen. Sie geht lange spazieren und läuft regelmäßig, manchmal mit den Kollegen direkt nach der Arbeit, schwimmt, macht Fitnessübungen. „Ich verfolge einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt sie, „um meine Leistungsfähigkeit zu erhalten.“ Es geht ihr nicht um Erfolge, sondern um „Beweglichkeit für Leib und Seele“, so die Diplom-Psychologin, die seit 2006 bei der SCHUFA arbeitet. Zunächst startete die gebürtige Leverkusenerin koreanischer Abstammung als Referentin im Personalwesen, wurde Abteilungsleiterin und ist heute Human Resources Consultant. „Ich habe eine der schönsten Aufgaben“, ist sie überzeugt. Weil es erfüllend sei, bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter von Anfang an dabei zu sein und diese dann auf ihrem Karriereweg zu begleiten. Trockene Begriffe wie ‚Potenzialanalyse‘ und ‚Personalplatzierung‘ füllt Mi-Hae Kim mit Leben. „Das ist eine abwechslungsreiche, verantwortungsvolle Aufgabe, die mir viel Freiraum lässt.“ Die Auswahl und Qualifikation eines potentiellen Kollegen sei nur eine Seite. „Teamintegrität ist ebenso wichtig, es muss passen.“ Hin und wieder hält sie Vorträge bei Absolventenkongressen, um Interesse an der SCHUFA als attraktivem Arbeitgeber zu wecken. Die jungen Akademiker staunen dann, „welche vitalen Geister bei uns arbeiten.“

DER TEAMSCHMIED

Seit 2009 besitzt die SCHUFA ein Drachenboot und Philipp Wahle (stehend) ist der Team-Kapitän. Er führte den Drachenbootsport ein, trainiert die Crew in Kondition, Kraft und Technik und versucht, die verschiedenen Persönlichkeiten in Gleichtakt zu bringen. 20 Leute paddeln gleichzeitig in dem zwölf Meter langen Drachenboot, „das erfordert Harmonie und Rücksicht.“ Wahle selbst ist ambitionierter Drachenbootsportler und führt das SCHUFA-Team – darunter auch Vorstandsmitglieder – zweimal im Jahr zu Wettrennen. Was an dem Trendsport fasziniert? „Das Naturerlebnis, das Gemeinschaftliche, sich auszupowern, den Kopf freizukriegen, durchzuhalten“, meint Wahle. Bei Managern beobachte er, „wie sie es genießen, mal die Verantwortung abzugeben.“ Beruflich ist der Vater zweier Kinder typischer Quereinsteiger. Eigentlich Bildhauer, drückte er erneut die Schulbank und schloss eine Ausbildung zum System- und Netzwerkadministrator ab. Heute ist er als fachlicher Anbindungsmanager im Technischen Vertragspartner Support tätig. Er berät neue und bestehende Vertragspartner technisch und inhaltlich, die an das SCHUFA-System angebunden werden wollen.

DIE VIELSEITIGE

Anna Herbel stand vor der Wahl – Abitur oder Ausbildung. Sie entschied sich für den Mittelweg. Das Fachabitur durch eine Ausbildung zur Bürokauffrau – in der ersten Azubigeneration der SCHUFA. „Eine kluge Entscheidung“, sagt sie heute. Sie konnte Einblick in alle Abteilungen erhalten und ihre Aufgaben mitgestalten. „Ich hatte viel Freiheit, um mich persönlich weiterzuentwickeln und beruflich zu entfalten.“ Noch vor der Abschlussprüfung wurde sie Assistentin im Vertragspartner Servicemanagement, spezialisierte sich im Vertrieb auf das Online-Marketing und absolvierte ein berufsbegleitendes Studium. Heute, acht Jahre später, arbeitet sie als Referentin im Marketing. „Das war oft kräftezehrend, aber ich konnte immer auf die Unterstützung meiner Kollegen und Vorgesetzten vertrauen“, erzählt Anna Herbel. Ihre Passion ist ihr Hobby. Seit sie zwölf ist, tanzt sie in der Großen Garde des Niederwallufer Carneval Vereins, ihrem Heimatort im Rheingau, jene Formationstänze, die spezielle Tanzschritte mit akrobatischen Elementen vereinen. Als Vorstandsmitglied des Vereins lässt sie ihr Wissen rund um Kommunikation und Marketing einfließen und ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Da bleibt besonders in den Faschings-monaten kaum mehr eine ruhige Minute. „Das macht mir Spaß, da steckt mein Herz drin.“ Das ehrenamtliche Engagement bedeutet ihr viel. „Gemeinsam mit anderen etwas zu schaffen, das macht mich zufrieden.“

DER DYNAMISCHE

Vierter der Amateur-Weltrangliste in den lateinamerikanischen Tänzen, sechsmal in Folge Landesmeister Rheinland-Pfalz in der Königsdisziplin Zehn-Tänze und im Semifinale der Weltmeisterschaft – die aktuelle sportliche Bilanz Christoph Rummels ist beeindruckend. Vor allem deshalb, weil der Senior Account Manager Genossenschaftsbanken Vertrieb im Außendienst für die SCHUFA arbeitet. Vier von fünf Tagen pro Woche ist er zwischen Flensburg und Rosenheim unterwegs, einmal im Monat geht’s in die Firmenzentrale. Die drei bis vier wöchentlichen Trainingseinheiten mit seiner Tanzpartnerin Jutta Wießmann „sind der perfekte Ausgleich, da kann ich mich auspowern und abschalten.“ Christoph Rummel tanzt seit Teenagertagen, pausierte allerdings zwölf Jahre, um sich zum Bankkaufmann und Betriebswirt aus- und weiterbilden zu lassen und die Karriere zu starten. Als „Senior“ stieg er dann wieder in den Turniersport ein, Spaß und Ehrgeiz kamen zurück. „Wer tanzt, muss selbstbewusst, extrovertiert und kommunikativ sein“, sagt er. „Genau das, was ich für meine Arbeit brauche.“ Rummel betreut die Bestandskunden, betreibt Neukundengeschäft von der Beratung über Verkauf der Produkte, Implementierung und Hilfestellung. „Das ist fantastisch abwechslungsreich“, sagt er auch noch nach zwölf SCHUFA-Jahren.

DIE MOBILE

Svenja Wortmann war noch in der Elternzeit, als sie der Anruf von SCHUFA-Vorstand Holger Severitt erreichte. Ob sie Abteilungsleiterin des Verbraucherservicezentrums in Hannover werden möchte. Eigentlich wollte sie nicht gleich in Vollzeit zurückkehren. Doch heute ist die Juristin die Chefin von 68 Mitarbeitern. Seither pendelt sie zwischen Hannover, Wiesbaden und ihrem Wohnort nahe Osnabrück. „Alles muss gut organisiert sein“, so Svenja Wortmann, die 2006 bei der SCHUFA einstieg. Großeltern, Ehemann und Tagesmutter kümmern sich um den Kleinen, notfalls arbeitet Mama im Home-Office. Ihr großes Team widmet sich allen Verbraucherfragen, „meistens können wir helfen.“ Auf ihre Führungsrolle wurde Svenja Wortmann vorbereitet, ihre kommunikative Art und Entscheidungsfreude brachte sie mit. Ja, ihr Leben sei anstrengend, „aber ich habe viel Energie.“ Ein langer Heimweg habe auch Vorteile: „Zuhause angekommen, ist der Tag schon verarbeitet und ich bin ganz da“, beschreibt sie. „Wir nutzen unsere wenige gemeinsame Zeit intensiv.“ Sie habe gelernt, privat ihren Perfektionismus zu verabschieden: „Dreijährige Geburtstagsgäste stört es nicht, wenn der Kuchen mal nicht selbstgebacken ist.“

DIE AUSGLEICHENDE

Ihre Arbeit erfordert Geduld und Sorgfalt. Dr. Annette Frenzel ist die rechte Hand des Ombudsmannes Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes ist Ansprechpartner für Personen, deren Anliegen der SCHUFA-Verbraucherservice nicht klären konnte. Als Schlichter behebt er Missverständnisse zwischen Unternehmen und Verbrauchern. „Meistens geht es um den Wunsch, ein Negativmerkmal zu löschen“, sagt Dr. Annette Frenzel. Die Kunsthistorikerin prüft jeden Fall anhand der Gesetzeslage und erarbeitet Lösungen. 2015 gab es 329 zulässige Anträge, von denen 39 berechtigt waren, „was bei rund 380.000 Auskünften pro Tag verschwindend wenig ist.“ Kraft und Ruhe findet sie im Shivananda Yoga, das sie seit zwölf Jahren intensiv übt. „Yoga stellt die innere Harmonie wieder her.“ Für sie ist die Bewegungslehre mehr als Körpertraining. „Es ist eine Lebenseinstellung: die Achtsamkeit mit sich selbst und anderen, die ich versuche, in den Job einfließen zu lassen.“

DER ENGAGIERTE

„Das Großartige ist, dass man keine stupiden Aufgaben bekommt, sondern Verantwortung übernehmen kann und auf Augenhöhe behandelt wird.“ Sven Labenz studiert in Wiesbaden, um Bachelor of Arts Media Management zu werden und ist seit zwei Jahren einer der Werkstudenten der SCHUFA. 20 Stunden pro Woche arbeitet der Mainzer meistens in der Online-Kommunikation. In seiner freien Zeit ist Sven Labenz Basketballer mit Leib und Seele. Schon als Schüler war er Leistungssportler und machte mit 15 die erste Trainerlizenz. Heute betreibt er keinen Leistungssport mehr, ist umso aktiver als Trainer. Er leitet die Basketballsparte des DJK Nieder-Olm mit 300 Sportlern, trainiert eine Oberliga-Damenmannschaft und ist Pressesprecher in der zweiten Herren-Bundesliga. Seit Anfang 2013 übt er mit 18- bis 24-jährigen Insassen der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden, „eine außergewöhnliche Erfahrung.“ Einerseits möchte er seinem Sport, „dem ich viel verdanke“, etwas zurückgeben, andererseits „ist es doch wichtig, sich sozial zu engagieren“, so Labenz. „Sport überwindet eben Grenzen.“

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