Engagiert!

Bei der SCHUFA arbeiten viele Menschen, die ehrenamtlich aktiv sind. Sieben von ihnen berichten von ihren Beweggründen und Erlebnissen.

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FOTOGRAFIE_ Stefan Freund, Marcus Pietrek

AUS LIEBE ZUR NATUR

Regelmäßig besucht Monika Hintz im Rahmen ihrer Vereinstätigkeit beim Orden Deutscher Falkoniere und dem Jagdclub Artemis e. V. ehrenamtlich Kindergärten und Grundschulen. „Viele Kinder können kein Reh von einem Hirsch, keine Eichel von einer Buchecker unterscheiden“, sagt die Abteilungsleiterin für Marketing und Kommunikation/CRM, die seit sieben Jahren bei der SCHUFA arbeitet. Sie möchte den Kleinen die Schönheit und Faszination der heimischen Tier- und Pflanzenwelt nahe bringen. Und das gelingt: Die Mutter einer elfjährigen Tochter kann sich vor Anfragen kaum retten. Die Liebe zur Natur wurde ihr in die Wiege gelegt: Ihr Vater war Jäger. Vor drei Jahren trat sie in diese Fußstapfen und erwarb selbst einen Jagd- und Falknerschein – und Soraya, einen Wüstenbussard mit ca. 100 Zentimetern Spannweite, der bei ihr in Bad Schwalbach in der Voliere lebt. „Greifvögel haben mich immer gefesselt“, sagt Monika Hintz, die in der winterlichen Jagdsaison viele Stunden pro Woche mit dem Tier trainiert. „Wenn ich Soraya auf der Faust habe, fällt jeder Stress ab, das erdet mich.“

MIT FEUEREIFER

Die Freiwillige Feuerwehr war für Markus Hollstein immer selbstverständlich. „In unserer Familie gehört der Feuerwehrdienst dazu“, sagt der 37-jährige Leiter der SCHUFA Revision, den das technische Equipment und die verantwortungsvolle Aufgabe gleichermaßen faszinieren. Der Bankkaufmann ist zudem Schriftführer im Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Huttengrund in Osthessen. Die 55 aktiven Feuerwehrleute müssen meistens für technische Hilfeleistungen ausrücken, etwa um umgefallene Bäume zu bergen, bei Hochwasser oder schweren Verkehrsunfällen. Aber auch Waldbrand oder Scheunenfeuer sind nicht selten. Und Markus Hollstein sieht durchaus Parallelen zwischen seinem Berufsalltag und Feuerwehr-Einsätzen: „In beiden Fällen kann ein Fehler schwerwiegende Folgen haben.“ Beide Aufgaben erforderten Konzentration und Präzision.

LETZTES GELEIT

Als Sabine Reif in ihrem Freundeskreis erzählte, sie beginne eine Ausbildung zur Hospizhelferin, reagierte manch einer ratlos: Warum beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit mit den scheinbar schweren Themen Sterben und Tod? „Sicher, oft ist es traurig“, sagt die 36-Jährige, die bei der SCHUFA im Projektmanagement arbeitet. Gleichzeitig sei das nur eine Facette ihres Ehrenamts. „Ich erlebe auch viel Herzlichkeit und Freude.“ Einmal pro Woche besucht Sabine Reif das stationäre Hospiz Lebensbrücke in Flörsheim, in dem bis zu zwölf Menschen ihre letzten Wochen und Tage verbringen. Dort steht sie den Patienten zur Seite: Sie hört zu, liest vor, weint und lacht mit ihnen – manchmal sitzt sie auch nur schweigend am Bett und hält eine Hand. Auch Angehörige unterstützt sie, die nicht wissen, wie sie mit der Situation des Abschieds umgehen sollen. „Das ist schwierig und gleichzeitig sehr bereichernd“, sagt Sabine Reif. „Ich komme Menschen sehr nahe und helfe. Dafür erhalte ich viel Vertrauen und Dankbarkeit zurück.“ Außerdem sei das Ehrenamt ein sehr wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft, was für sie ein zusätzlicher Antrieb sei, etwas Gutes zu tun.

EINE LADUNG GUTES

Regelmäßig stehen Patricia Fehlbier und Beate Böttner am Samstagmorgen um sieben Uhr auf. Seit Herbst 2012 helfen die Beiden ein- bis zweimal pro Monat bei der Wiesbadener Tafel im Abholservice: Sie brausen mit einem Transporter durch die Stadt, klappern rund 15 Supermärkte ab, laden dort Kisten mit Gemüse, Obst und Brot ein und liefern sie um die Mittagszeit in der Zentrale der Tafel ab. Dort wird das Essen sortiert und an Bedürftige verteilt. „Eine schöne und sinnvolle Aufgabe, um über den eigenen Tellerrand zu schauen“, sagt Beate Böttner, die bei der SCHUFA als Referentin für Prozess- und Projektsteuerung arbeitet. Vorstandsassistentin Patricia Fehlbier ergänzt: „Es gibt viele Menschen, die im Leben weniger Glück haben. Das ist unsere Art, ein bisschen Gutes zu tun.“ Ihr Tipp: In jeder größeren Stadt gibt es eine Tafel – und Hilfe wird immer benötigt!

IM NAMEN DES DORFES

Dass Michael Tönges im Juli 2009 zum ehrenamtlichen Bürgermeister der 127-Seelen-Gemeinde Weidenbach in Rheinland-Pfalz gewählt wurde, ist nicht seinem politischen Ehrgeiz geschuldet, eher einer Verkettung von Zufällen. „Ich hatte mich spontan zur Verfügung gestellt, weil der bis dahin amtierende Bürgermeister überraschend nicht zur Wiederwahl stand“, sagt der 42-Jährige, der bei der SCHUFA verantwortlicher Key Account Manager für die Sparkassen-Finanzgruppe ist. Rund fünf Stunden pro Woche wendet er heute auf, um zum Beispiel Veranstaltungen im Dorf zu organisieren, die Renovierung des Rathauses zu managen, die Dorfbewohner über das Thema Windkraft zu informieren oder sich um Themen wie „winddichte Bushaltestelle“ oder „Jagdpacht“ zu kümmern. Michael Tönges regt Diskussionen und Veränderungen an, moderiert und repräsen-tiert. Und bei alldem hat er immer im Blick, das Beste für Weidenbach und seine Bewohner herauszuholen – längst mit Leib und Seele. Im Sommer dieses Jahres wird er sich zur Wiederwahl stellen.

KOCHEN FÜR BEDÜRFTIGE

Einmal in der Woche kann man Linda Schmidt auf dem Appellhofplatz in Köln treffen. Ab 21 Uhr verteilt die Sachbearbeiterin, die im SCHUFA-Privatkunden Service Center tätig ist, mit anderen Helferinnen Suppe. Diese haben sie zuvor gemeinsam in der Großküche der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft „Emmaus“ zubereitet. Bedürftige aus der Umgebung stillen dann ihren Hunger, zum Beispiel Obdachlose, jugendliche Ausreißer und Hartz-IV-Empfänger, aber auch ältere Menschen, die von Armut betroffen sind. „Die Arbeit erdet mich ungemein, und sie inspiriert mich, mein Leben bewusster zu leben“, sagt die 41-jährige Kölnerin, die über eine Facebook-Gruppe auf die Suppenküche aufmerksam wurde. „Die Leute, denen ich hier begegne, sind zwar manchmal etwas ruppig, aber auch sehr herzlich, ehrlich und dankbar“, sagt Linda Schmidt.

FAMILIÄRE HELFER

Im Juni 2013 war Saskia-Sophie Meier vier Tage lang von früh bis spät auf den Beinen, um gegen das Elbhochwasser zu kämpfen. Vier Tage, in denen die Sachbearbeiterin von ihrer Arbeit im SCHUFA-Verbraucherservicezentrum am Standort Hannover freigestellt war und sich voll und ganz ihrer ehrenamtlichen Aufgabe als DLRG-Helferin widmen konnte. „So extrem wie in dieser Ausnahmesituation ist es natürlich selten“, sagt die 38-Jährige. Hochsaison ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für sie ist traditionell zwischen Mai und August. Das DLRG-Team ist am Wochenende zum Beispiel am Altwarmbüchener See präsent, um Schwimmer, Segler und Kanufahrer zu beobachten, sich um die Einhaltung der Baderegeln zu kümmern oder um bei Badeunfällen Erste Hilfe zu leisten. Schnell und direkt helfen zu können, das schätze sie besonders, sagt sie. Und auch die Gemeinschaft in der DLRG sei toll: „Es geht sehr solidarisch zu. Fast wie in einer Familie.“

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