Anpacken für den guten Zweck

Sich einen Tag lang gemeinsam im Kollegenkreis für einen guten Zweck engagieren: Das ist die Idee des „Corporate Volunteering Day“. Bei der SCHUFA machten 2016 drei Standorte mit. Insgesamt 42 Mitarbeiter waren für junge Flüchtlingsmütter, in einem Kindergarten sowie bei einem großen Event für Schüler im Einsatz.

____________________

FOTOGRAFIE_ Stefan Freund

„Während unseres Ausflugs hat eine der Frauen einen Anruf bekommen, dass sie ihren Hauptschulabschluss geschafft hat“, erzählt Elisabeth Matern, Analystin Datenbearbeitung B2B bei der SCHUFA in München. „Das war der berührendste Moment.“ Nicht nur, weil die Frau so glücklich gewesen sei. „Hier wurde auch deutlich: Das, was die betreuende Einrichtung zum Ziel hat, und was wir mit unserem Einsatz ein ganz kleines bisschen unterstützt haben, wird tatsächlich Wirklichkeit – dass die geflüchteten Frauen hier ihr Leben leben können.“

Zusammen mit vier jungen geflüchteten Frauen und ihren Kindern unternahmen Mitarbeiterinnen der Münchener SCHUFA-Niederlassung im Rahmen des „Corporate Volunteering Day“ einen Ausflug aufs Land. Die Frauen – sie stammen aus Äthiopien, Afghanistan, Nigeria und Somalia – leben in einer Betreuungseinrichtung für minderjährige Schwangere und Mütter, die unbegleitet nach Deutschland geflüchtet sind. Der Ausflug brachte ihnen Abwechslung, neue Eindrücke und Kontakt zu Einheimischen außerhalb der Betreuungseinrichtung.

»Durch unsere besondere Position an der Schnittstelle von Wirtschaft und Verbrauchern haben Verantwortung und Engagement für die Gesellschaft einen hohen Stellenwert für uns.«

Dr. Kai-Friedrich Donau, CSR-Manager der SCHUFA

Ziel des Ausflugs war Gut Aiderbichl , Begegnungsstätte für Mensch und Tier und letzte Zuflucht für Vierbeiner in Not. Dort nahm die Gruppe an einer Führung teil, hörte viel über die individuellen Tierschicksale und aß gemeinsam zu Mittag. „Am Ende haben alle zufrieden gewirkt. Das Ziel unseres Einsatzes, den Frauen einen schönen Tag zu verschaffen, haben wir erreicht“, resümiert Elisabeth Matern (im ersten Bild hinten links).

Freiwilligentag als Impuls für den Alltag

Bei der SCHUFA gibt es jedes Jahr einen Corporate-Volunteering-Tag. „Durch unsere besondere Position an der Schnittstelle von Wirtschaft und Verbrauchern haben Verantwortung und Engagement für die Gesellschaft einen hohen Stellenwert für uns“, erklärt Dr. Kai-Friedrich Donau, bei der SCHUFA für CSR (Corporate Social Responsibility) zuständig. „Ein Freiwilligentag birgt die Chance, unmittelbar und konkret etwas Gutes zu tun. Gleichzeitig ist er ein Impuls für die Kollegen.“ Denn natürlich gelte es für die SCHUFA nicht nur bei punktuellen Aktionen, sondern im Kerngeschäft, Tag für Tag, verantwortungsbewusst zu handeln. „CSR lebt davon, dass alle mitmachen.“

2016 war insofern eine Premiere, als dass erstmals nicht nur Mitarbeiter in Wiesbaden, sondern auch an zwei weiteren SCHUFA-Standorten mitgemacht haben. Neben München war auch Bochum beteiligt: Neun SCHUFA-Mitarbeiter engagierten sich einen Tag lang auf ganz handfeste Art und Weise für einen Kindergarten. Sie setzten Hochbeete zusammen, strichen ein Klettergerüst, bauten Nistkästen für Vögel und ein Insektenhotel.

„Schöner Stress“ – in diesen zwei Worten fasst Janina Weißwange, Service Consultant im Vertrieb für Unternehmenskunden bei der SCHUFA in Bochum, ihre Erfahrungen zusammen. Der Kindergarteneinsatz sei durchaus anstrengend gewesen. Vor den Erzieherinnen empfinde sie Hochachtung: „Ständig wuseln Kinder um einen herum, jeder möchte mitmachen. Da muss man echt Geduld haben!“ Die Aktion machte ihr viel Freude, erzählt Weißwange (im abschließenden Gruppenfoto: vordere Reihe, zweite von links). Der Tag sei wie im Flug vergangen und habe alle Erwartungen erfüllt: „Dass wir diese Chance bekommen haben – super. Die Kinder hatten Spaß, das war eine tolle Erfahrung. Und vom Kindergarten war alles perfekt organisiert.“

„Werken und Wirken“ in Wiesbaden

Jugendliche standen im Zentrum des „Corporate Volunteering Days“ in Wiesbaden. Im Rahmen des „WiesPaten“-Projekts – einer Förderinitiative Wiesbadener Unternehmen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund – veranstalteten Mitarbeiter des SCHUFA-Hauptsitzes ein Sommerfest für rund 130 Jugendliche. Beteiligt an der Veranstaltung in und um Schloss Freudenberg waren insgesamt 30 Freiwillige.

Unter dem übergreifenden Motto „Werken und Wirken“ standen etwa ein gemeinsames Steinkonzert und die Prämierung selbst entworfener Spardosen auf dem Programm. Zwischendurch konnten die Teilnehmer an drei Stationen staunen, lernen und selbst aktiv werden: Sie erkundeten das zum „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens“ ausgebaute Schloss, das Sinneserlebnisse wie einen Klangraum oder einen völlig dunklen Gang bietet. Sie bauten aus Holz eine Feuerskulptur, und sie erweiterten in der in einem Zirkuszelt eingerichteten „WirtschaftsWerkstatt“ spielerisch ihre Kompetenzen im Umgang mit Geld.

»Die Jugendlichen waren mit viel Enthusiasmus bei der Sache, das hätte ich nicht gedacht.«

Maximilian Krüger, SCHUFA-Werkstudent

Mit dabei war auch Maximilian Krüger, der neben seinem Studium der Politikwissenschaft bei der SCHUFA arbeitet (im Mitarbeiter-Gruppenbild: siebter von rechts). Dem Werkstudenten hat sich vor allem die Begeisterungsfähigkeit der jugendlichen Teilnehmer ins Gedächtnis gebrannt, die er als Arbeitsgruppen-Moderator im WirtschaftsWerkstatt-Zelt hautnah miterleben konnte: „Die Jugendlichen wussten nicht nur gut über ihre Finanzen Bescheid. Sie waren vor allem mit viel Enthusiasmus bei der Sache, das hätte ich nicht gedacht“, erzählt er.

W² WirtschaftsWerkstatt
 

Junge Menschen müssen lernen, mit Geld und ihren persönlichen Daten selbstständig und verantwortungsvoll umzugehen. Genau dazu ermuntert die W² WirtschaftsWerkstatt mit alters­gerechten Angeboten. Im Mittelpunkt der SCHUFA-Bildungsinitiative mit dem Motto „Nimm deine Finanzen in die Hand“ steht das Onlineportal www.wirtschaftswerkstatt.de, hinzu kommen Wettbewerbe, Umfragen und Social-Media-Aktionen. Mit den kostenlosen „SCHUFA macht Schule“ - Unterrichts­materialien richtet sich die W² auch an Schulen und Lehrkräfte. 2013 ins Leben gerufen, konnte die WirtschaftsWerkstatt bereits fünf Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen Finanzwissen mit Bezug zum eigenen Alltag vermitteln.

Eine spannende Erfahrung für Maximilian Krüger. Umso mehr, als er bei seiner Arbeit sogar unmittelbar davon profitiert: Der Werkstudent ist im Bereich Public Affairs tätig und dort auch für die deutschlandweite Bildungsinitiative W² WirtschaftsWerkstatt zuständig (siehe Kasten). Aber nicht nur die Erinnerung an begeisterte Jugendliche lässt Krüger gern auf den Corporate-Volunteering-Tag zurückblicken, wie er erzählt: Hinzu kommen die für ihn neue Erfahrung, sich in einem solchen Rahmen für andere zu engagieren, die gelungene Verbindung aus Spiel und thematischen Impulsen sowie das ganz besondere Wir-Gefühl beim abschließenden Lagerfeuer. Maximilian Krügers Fazit: „Ein toller Mix.“

ÄHNLICHE ARTIKEL