Expertise gefragt

Von der Rechtsabteilung über die IT bis hin zum Vertrieb: Bei der SCHUFA arbeitet eine Task-Force daran, Produkte und Prozesse an die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) anzupassen. Welches Know-how die Expertinnen und Experten der Task-Force ein­bringen und was ihnen in Zusammenarbeit gelingt, berichten sie am besten selbst.

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FOTOGRAFIE_ Matthias Haslauer

DATUM_ 05. Juni 2018

SERENA HOLM

Bereichsleiterin Corporate Affairs

„Als Bereichsleiterin Corporate Affairs begleite ich die Entwicklung des neuen Gesetzes sozusagen seit dem ersten Tag – als vor fünf Jahren der entsprechende Entwurf in Brüssel verabschiedet wurde.

Im Ergebnis begrüße ich die DS-GVO. Denn wir brauchen in Europa eine Harmonisierung im Datenschutz. Führten bisher kulturelle Unterschiede zu einer jeweils anderen Ausprägung in den europäischen Ländern, gibt es jetzt einen einheitlichen Rechtsrahmen, der gerade für den grenzüberschreitenden Verkehr notwendig ist – und auch dem digitalen Wandel Rechnung trägt. Doch wie die neuen Regeln interpretieren? Und was bedeuten sie konkret für die SCHUFA, für unsere Prozesse und Produkte? Wir haben dazu ein Projekt aufgesetzt und uns frühzeitig mit Verbänden, Aufsichtsbehörden und Vertragspartnern beraten. Zugleich war es wichtig, dass wir uns intern an einen Tisch setzen und alle Produkte und Prozesse der SCHUFA auf den Prüfstand stellen. Als Leiterin dieser Projektgruppe sorge ich dafür, dass alle Themen bearbeitet, in die Übersetzung überführt und – soweit notwendig – auch mit dem Vorstand abgestimmt werden.“

LUKAS NEFF

Experte Recht

„Die Rechtsabteilung hat sich seit Anfang 2016 mit der neuen DS-GVO intensiv beschäftigt. Bislang galt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) für uns. Darin war sehr genau geregelt, welche Rechte und Pflichten für eine Auskunftei gelten und worauf wir bei der Ausführung unserer Geschäftstätigkeit zu achten haben. Bei der nun europaweit gültigen DS-GVO lautet der Grundsatz ,One fits all‘. Das heißt, es wurde ein Gesetz geschaffen, das einen generellen Rahmen vorgibt – dessen Vorschriften aber nicht bis ins Detail für jede Branche ausgearbeitet sind. Für einen Juristen ist das unheimlich spannend. Denn wann hat man schon Gelegenheit, quasi auf der grünen Wiese zu bauen? In der Rechtsabteilung mussten wir dabei Fragen klären wie: In welcher Weise haben wir die Verordnung umzusetzen? Was bedeutet das für unsere Produkte und Prozesse? Letztlich war es die Aufgabe, die DS-GVO so umzusetzen, dass sich die SCHUFA sowie die Kunden und Partner weiterhin im rechtssicheren Raum bewegen.“

KATHARINA MARTENS

Digital Project Manager

„Als Digital Project Manager verantworte ich Projekte im Produktmanagement von der Idee bis zum fertigen Produkt. Das DS-GVO-Projekt war eines davon. Auch hier haben wir in der Produktentwicklung digitale Impulse aufgenommen und auch mit Blick auf die neuen rechtlichen Anforderungen der DS-GVO unsere bestehenden Produkte optimiert sowie neue Vorhaben entwickelt. So zählte es zu meinen ersten Aufgaben, die konkreten Produktideen, die wir uns als Ziel gesetzt hatten, inhaltlich voranzutreiben. Ich war dafür verantwortlich, die komplexen Produktentwicklungen zu steuern und dafür zu sorgen, dass die richtigen Ideen, zum richtigen Zeitpunkt erfolgreich umgesetzt wurden. Dabei habe ich als zentrale Ansprechpartnerin agiert und mit den verschiedensten Fachbereichen SCHUFA-weit intensiv zusammengearbeitet. Als beeindruckend empfand ich, dass wir als Team trotz einiger großer Herausforderungen immer zusammengehalten und sämtliche Anforderungen umgesetzt haben.“

SVEN FÖRSTER

IT-Produktmanager

„Die IT wurde schon in der Konzeptionsphase mit ins Boot geholt. Seit Ende 2016 haben wir in der Projektgruppe zur DS-GVO mitgearbeitet, um die Arbeitsabläufe und Prozesse, die zum Teil neu aufgesetzt werden mussten, zu begleiten. Ich agiere dabei als Schnittstelle, indem ich zwischen den einzelnen Fachbereichen wie dem Produktmanagement und meinen Kollegen in der IT vermittle. Ich nehme die Anforderungen aus den jeweiligen Abteilungen auf, bewerte sie und bespreche mich dann mit unseren Entwicklern und IT-Architekten. Die besondere Herausforderung war, dass durch die DS-GVO eine Vielzahl von Anwendungen betroffen war. Zu erkennen, wie das eine in das andere greift, war keine ganz leichte Aufgabe. Aber die DS-GVO gibt uns auch eine große Chance: nämlich noch besser zu zeigen, dass der Datenschutz bei der SCHUFA einen besonders hohen Stellenwert hat.“

FRANK OSTERMANN

Abteilungsleiter Vertriebsinnendienst

„Wir übernehmen, wenn uns das Produktmanagement und die IT ihr Go geben. Meine Abteilung ist telefonischer Ansprechpartner für rund 5.000 Unternehmen. Wir stellen die Verbindung zwischen Vertriebsaußendienst und der SCHUFA-Zentrale her und bieten Schulungen für unsere Vertragspartner an. Bei der Umsetzung der DS-GVO waren wir besonders gefordert, alle Beteiligten, so früh wie möglich und umfassend zu informieren. Ich denke, das ist uns gelungen – dank der guten und über Monate hinweg intensiven Vorbereitung und Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen. So konnten wir unseren Vertrags­partnern rechtzeitig die neuen Verträge mit den entsprechenden datenschutzrechtlichen Anpassungen zukommen lassen. Natürlich werden weitere individuelle Fragen und Bedarfe vom Kunden kommen. Unser Team ist darauf vorbereitet und wird fortlaufend geschult.“

MELINA MEIER

Senior Referentin Personalentwicklung

„Der Bereich Human Resources berät und unterstützt in diesem Projekt bei der Organisation und den Aufsetzungen von Informations- und Qualifizierungsveranstaltungen. Mit der DS-GVO muss ein komplexes Thema mit großer Tragweite für das gesamte Unternehmen vermittelt werden – und das, ohne Verwirrung und Unsicherheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stiften. Entscheidend war, für die Fachbereiche den jeweils richtigen Zeitpunkt für die Schulungen abzupassen: Für den Vertrieb haben daher erste Informations­veranstaltungen bereits 2017 stattgefunden, um unseren Vertragspartner-Betreuern Handlungssicherheit zu geben und sie auf die Anliegen unserer Vertragspartner vorzubereiten. Die anderen Bereiche folgten sukzessive. Je nach Schwerpunkt und den gegebenen Rahmenbedingungen wurden Präsenzveranstaltungen oder Webinare organisiert. Die Umsetzung der DS-GVO wird uns alle bei der SCHUFA sicherlich noch eine Zeit lang begleiten.“

 

 

»Wir haben alle organisatorischen Voraussetzungen für die fristgerechte Umsetzung der DS-GVO geschaffen, damit sich unsere Kunden und Partner auch weiterhin in rechtssicherem Raum bewegen.«

HOLGER SEVERITT, SCHUFA-VORSTANDSMITGLIED

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