Schritt in Richtung Zukunft

Die Digitalisierung ist ein wesentlicher „Game-Changer“ und verändert die Finanzindustrie nachhaltig. Die Mehrheitsbeteiligung an dem Münchner Fintech-Unternehmen finAPI ist für die SCHUFA ein weiterer Schritt in Richtung ­Zukunft – und ein Teil dieser Zukunft heißt Access-to-Account.

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FOTOGRAFIE_ SCHUFA

DATUM 28. Juni 2019

FINAPI GmbH
 

Die 2008 von Dr. Florian Haagen und Dr. Martin Lacher gegründete finAPI GmbH gehört zu den etablierten Anbietern von Software für Banken und Finanzdienstleister. An seinem Firmensitz in München entwickelt und implementiert das Unternehmen anspruchsvolle Lösungen zur Datenintegration und -analyse, auch unter Nutzung von Technologien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Das Fintech-Unternehmen ist von der BaFin lizenziert. Seit 1. Januar 2019 hält die SCHUFA Holding AG eine Mehrheitsbeteiligung.

Das Bankgeschäft, so wie es viele Jahrhunderte funktioniert hat,wandelt sich rasant. Vor allem drängen viele kleinere Unternehmen in den Finanzsektor, die sich neue Technologien zu Nutze machen und mit innovativen Angeboten an den Markt gehen. „Aktiv gestalten wir die digitale Transformation, wir beobachten den Markt genau und halten Ausschau nach interes­santen Unternehmen und Beteiligungen“, so Peter Villa, Mitglied des SCHUFA-Vorstands.

Zum 1. Januar 2019 hat die SCHUFA eine Mehrheits­beteiligung von 75 Prozent an dem Unternehmen finAPI erworben. finAPI entwickelt Schnittstellen, die den Zugang zu Konto­daten für Finanzdienstleistungen bereitstellen, sogenannte Access-to-Account-Lösungen (XS2A). Für Unternehmen und Verbraucher bietet die Access-to-Account-Technologie Schnelligkeit, Sicherheit und Bequemlichkeit bei Bank­geschäften und Online-Käufen. Peter Villa: „Die Technologie ist noch jung, aber Access-to-Account-­Lösungen sind für unsere Vertragspartner bei der weiteren Digitalisierung des Geschäfts sehr wichtig.“

Kontoführende Kreditinstitute sind seit 2019 dazu verpflichtet, eine Schnittstelle zu den Kontodaten ihrer Kunden für Drittanbieter bereitzustellen. Grundlage ist die 2018 auch in Deutschland eingeführte Zahlungsdiensterichtlinie „Payment Service Directive 2“ (PSD2), die den Wettbewerb im Zahlungs­verkehr fördern will und einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für diese Angebote geschaffen hat. finAPI setzt mit seinem Geschäftsmodell genau dort an. Das Unternehmen ermöglicht den Zugang zu Kontodaten von Geschäfts- und Privatkunden bei fast allen relevanten deutschen und österreichischen Banken – sofern der Verbraucher dem zugestimmt hat.
Die Kontodaten werden in einer Schnittstelle zusammengeführt und können so einfach in Finanzanwendungen integriert werden. Der Verbraucher kann sich durch den automa­tisierten Einblick in seine Konten und die Zusammenführung der einzelnen Kontodaten ein einheitliches Bild von seiner finanziellen Situation verschaffen.

Die finAPI-Plattform ermöglicht schon heute den gesicherten Zugang zu 58 Millionen Konten. Für die SCHUFA ist die Mehrheitsbeteiligung ein wichtiger Baustein der Geschäftsstrategie, wie Peter Villa erklärt: „Die Kooperation mit finAPI ist ein klares Signal für die Zukunftsausrichtung der SCHUFA und unsere konsequente Entwicklung als Lösungsanbieter in den Bereichen Bonität, Identität und Betrugsabwehr.“ Auch für finAPI ergeben sich durch die Zusammenarbeit Vorteile, wie Gründer und Geschäftsführer Dr. Florian Haagen erklärt: „Durch den SCHUFA-Vertrieb erhalten wir Zugang zu vielen weiteren Unternehmen.“

V. l. n.r.: Dr. Felix Lowinski, Bereichsleiter Vertrieb Unternehmenskunden der SCHUFA und Leiter der SCHUFA-internen Projektgruppe zu finAPI, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Dr. Florian Haagen und Dr. Martin Lacher.

»Unser Modul bietet Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen mehr Sicherheit und Komfort bei der Online Identifizierung.«

Dr. Florian Haagen, geschäftsführer Finapi gmbh

finAPI hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Januar 2019 als zweites Unternehmen in Deutschland die Lizenzen für den Betrieb von Kontoinformations- sowie von Zahlungsauslösediensten erhalten. Somit bietet finAPI die erforderliche Rechtssicherheit und garantiert höchste Sicherheitsstandards bei der Verarbeitung der besonders schützenswerten Informa­tionen. Marktteilnehmer ohne eigene BaFin-Zulassung können das Angebot und die Schnittstellenfunktion von finAPI nutzen und in ihre Prozesse integrieren.

Die SCHUFA und finAPI bieten mit dem Produkt „Giroident“ bereits eine erste gemeinsame Lösung zur sicheren und komfortablen Identifi­kation von Verbrauchern bei Online-Geschäften an. Dabei verifiziert sich der Verbraucher gegenüber einem Unternehmen, etwa einer Bank oder einem Online-Händler, durch den erfolgreichen Login in sein Online-Bankkonto. Genau hier setzt die Schnittstelle von finAPI an. „Das Modul lässt sich einfach in die Bestellstrecke des Unternehmens integrieren und hilft Unternehmern und Verbrauchern, Betrug durch gefälschte oder missbrauchte Identitäten zu vermeiden“, erklärt Dr. Florian Haagen.

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